Gedenken an das Novemberpogrom von 1938

Der EvangelisMahnmal Synagogeche Kirchenkreis und die Synagogengemeinde erinnern heute (9.11.) ab 18 Uhr an das antisemitische Pogrom vom November 1938 mit einer Gedenkstunde im Forum Gestaltung (Brandenburger Straße 10). Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Forum Gestaltung sowie mit Schülerinnen und Schülern des Domgymnasiums statt.

 

Im RahmenZerstörte Synagoge MD der reichsweiten Pogrome wurden in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 in Magdeburg mindestens 30 Geschäfte sowie mehrere Arztpraxen und Wohnungen von Juden verwüstet. Der Innenraum der Synagoge wurde von der SA mit Sprengstoff zerstört. Unterlagen der jüdischen Gemeinde und religiöse Kultgegenstände wurden auf dem Hof der Synagoge verbrannt. Gestapo, SS und SA drangsalierten und misshandelten jüdische Bürger. 120 Männer wurden verhaftet und in das KZ Buchenwald verschleppt. Das Pogrom bildete den brutalen Schlusspunkt für das öffentliche jüdische Leben in Magdeburg sowie den Auftakt zur Ghettoisierung bis hin zu Deporation und systematischer Ermordung.

Die Nationalsozialisten hatten das tödliche Attentat auf den Sekretär der Deutschen Botschaft in Paris, Ernst von Rath, zum Anlass genommen, um in ganz Deutschland und Österreich die gewalttätigsten Pogrome gegen die Juden seit dem Mittelalter zu entfesseln. In Magdeburg hetzte NSDAP-Kreisleiter Rudolf Krause am Abend des 9. November SA-, SS- und Parteiangehörige zu den antisemitischen Ausschreitungen auf.