8. Januar 1943
Harry König wird vom KZ Buchenwald in das Gerichtsgefängnis Magdeburg überstellt. Er war 1942 wegen seiner Verlobung mit der “Geltungsjüdin” Ruth Choinowski in Schutzhaft genommen worden.Das Sondergericht Magdeburg verurteilt ihn als „Volksschädling“ zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus. Die Strafe verbüßt er in den Haftanstalten Gräfenbonna und Hohenasperg.
8. Februar 1943
Albert Hischland wird aus der Haft im Zuchthaus nach Auschwitz deportiert, wo er ums Leben kommt.Der ehemalige Schulleiter war in einem antisemitschen Schauprozess wegen “Unsittlichkeitsverbrechen” zu einer zehnjährigen Haftstrafe verurteilt worden.
26. Februar 1943
Mit dem “30. Osttransport” werden 913 Personen (davon 77 aus Magdeburg) von Berlin nach Auschwitz deportiert. Sie treffen dort tags darauf ein. In Magdeburg mussten sich die betroffenen Jüdinnen und Juden in der Saalwirtschaft “Freundschaft” sammeln. Von dort wurden sie zum Hauptbahnhof gebracht und am 22. Februar nach Berlin überführt.
1.-2. März 1943
Gestapo und Polizei lösen das Zwangslager für Sinti* und Roma* am Holzweg gewaltsam auf. Sämtliche Bewohner:innen werden verhaftet und mit Lastwagen zum Polizeipräsidium gebracht. Einige Sinti* und Roma*, die nicht im Lager gelebt haben, werden von der Polizei gewaltsam aus ihren Wohnungen gezerrt und ebenfalls im Polizeipräsidium inhaftiert.
Tags darauf werden die Inhaftierten zusammen mit weiteren Sinti* und Roma* aus der Region mit dem Zug nach Auschwitz deportiert. Von 470 Deportierten überleben 340 die Liquidierung des dortigen “Zig.lagers” nicht.
2. März 1943
Mit dem “32. Osttransport” von Berlin aus werden auch der 37jährige Leopold Natowitz und seine drei Töchter Mia, Doris und Miriam aus Magdeburg nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Sie treffen dort am 3. März ein.
23. März 1943
Das Sondergericht beim Landgericht Magdeburg verurteilt die in Lublin (Polen) geborene Katharina May wegen Fluchthilfe für zwei Kriegsgefangene zum Tode.Sie wird am 3. Mai 1943 im Zuchthaus Halle/Saale hingerichtet.
29. Juni 1943
Während des gesamten Zeitraums der Deportationen werden aus Magdeburg auch eine bisher unbekannte Zahl von Jüdinnen und Juden einzeln verschleppt, so auch die zehnjährige Rita Vogelhut. Sie wird am 29. Juni 1943 nach Theresienstadt deportiert und von dort am 16. Mai 1944 nach Auschwitz.
10. Dezember 1943
Das Sondergericht beim Landgericht Magdeburg verurteilt die Arbeiterin Irma H. wegen „Plünderung“ zum Tode. Die Strafe wird im Sommer 1944 wegen Schwangerschaft der Verurteilten in sechs Jahre Zuchthaus umgewandelt.