Chronik

zu Ereignissen im Zusammenhang mit Ausgrenzung und Terror während der nationalsozialistischen Herrschaft

2. Aug. 1935

Die Staatspolizei für den Regierungsbezirk Magdeburg erlässt eine Verordnung, nach der ausgewanderte Juden, die in die Stadt zurückkehren wollen, abzuweisen sind.

21. Aug. 1935

Die Staatspolizei weist an, dass Juden keinerlei Auskünfte zu Aktivitäten – insbesondere geschäftlicher Art – von Nichtjuden zu gäben wären.

8. Sept. 1935

Die Staatspolizeistelle verbietet allen Juden den Besuch des Stadtarchivs, der Bibliotheken und der Buchläden. Auch den städtischen Bädern sollen sie fernbleiben.

16. Okt. 1935

Die Abstammungsüberprüfungen führen zur Empfehlung der Schulbehörde, vier städtische Lehrer „jüdischer Abstammung“ aus dem Schuldienst zu entlassen.

2. Dez. 1935

Die Gestapo untersagt grundsätzlich alle jüdischen Veranstaltungen an christlichen Feiertagen und Sonntagen. Grund hierfür seien eingeschränkte Überwachungsmöglichkeiten an diesen Tagen.

2. Dez. 1935

Der Polizeipräsident verfügt, dass Juden nur dann Milch zu verkaufen sei, wenn diese ein „akzeptables Äußeres“ und ein „unscheinbares Auftreten“ hätten.